Ein Trip duch’s Outback

Hallo allerseits,

ich melde mich aus der „Hauptstadt“ des australischen Outbacks: Alice Springs. Wir haben einen langen und abenteuerlichen Trip hinter uns gelegt, bei dem wir interessante Dinge gesehen und erlebt haben. Jetzt freuen wir uns aber auch mal wieder ein Stück Zivilisation zu haben. Hier können wir wieder unsere Ressourcen wie Lebensmittel und Benzin zu annähernd anständigen Preisen auffüllen. Beispielsweise gibt es hier mal wieder einen Supermarkt und der Liter Benzin kostet nicht mehr 2,20$ sondern „nur“ noch 1,60$. Zum Vergleich: In Adelaide zahlt man 1,35$.

Am Sonntag, 10.3. habe ich also Paula vom Flughafen in Adelaide abgeholt. Nach einer Nacht in der Haupstadt South Australia’s ging es zu meiner zweiten Heimat in Australien: Williamstown im Barossa Valley. Hier haben wir erstmal einen Helicopter Rundflug gemacht. War ein tolles Erlebnis. Anschließend habe ich Florian und Paula bekannt gemacht und es wurden noch einige Mitbringsel aus Deutschland an Florian übergeben. Dann war es auch schon wieder so weit: Es ging in den Pub! Florian musste ja den Neuankömmling Paula mit der lokalen Kultur bekannt machen. Nach und nach kam dann auch die lokale Trinkgemeinde dazu. Es wurde weiterhin versucht uns davon abzuhalten, die Tour durch das Outback Richtung Norden zu machen, es sei zu gefährlich. Wir haben einige Tipps und Adressen mit auf den Weg bekommen. Nach einer Nacht im Garten von Greenie (Florian hat uns empfohlen nicht bei sich zu übernachten, da seine Gattin nicht im besten Gemütszustand war) haben wir uns dann morgens schweren Herzen verabschiedet. Rob hat mir sogar ein T-Shirt vom Williamstown Pub und eine Kappe von Barossa Valley Helicopters als Souvenir mitgegeben, was mich sehr gefreut hat.

Am Dienstag, 12.3. ging also die große Reise los. Nach einer Einkaufstour durch die Nachbarstadt Gawler, ging es Richtung Hawker, die letzte Stadt vor den Flinders Ranges, einer der beliebtesten Nationalparks South Australia’s. Am nächsten Morgen sind wir in das Zentrum der Flinders Ranges aufgebrochen, Wilpena. Nach einer schönen Wanderung und anschließender Dusche haben wir Bushcamping im Nationalpark gemacht. Nachts wurden wir von schmatzende Kangurus und Wallibies geweckt, die offensichtlich neben unserem Auto auf Nahrung gestoßen sind. Hier ging auch der Ärger mit den Fliegen los. Wir dachten anfangs nur, dass liegt vielleicht hier an dem Campingplatz, doch je weiter wir uns nördlich bewegten, desto mehr Fliegen haben auf uns geklebt. Sehr nervig!! Die Hitze hat uns zwar auch zu schaffen gemacht, aber das haben wir erwartet. Die Temperaturen lagen bei Mitte 30°C.

Tags darauf führte die Reise über den berühmten Oodnadatta Track, der nur für 4 Wheel Drive-Fahrzeuge geeignet ist, da er nicht geteert ist. Berühmt deshalb, weil hier früher die Gleisen der Ghan Railway (erste Eisenbahn durch die Wüste Australiens) verliefen. Auf diesem Weg haben wir auch die Nacht verbracht, 50km vor der Opalstadt Coober Pedy, mitten im Nirgendwo. Weit entfernt von jeglicher Zivilisation.

Freitag morgens sind wir dann in Coober Pedy angekommen. Die meisten der ca. 4000 Einwohner leben hier, um nach dem wertvollen Opalgestein zu schürfen. Hier sieht es aus wie auf dem Mond. Nicht um sonst wurden hier einige Filme gedreht, die auf dem Mond spielen und Coober Pedy so berühmt machten. Nach einem kurzen Aufenthalt und Orientierung hier ging es aber weiter. Die unbefestigte Straße des Oodnadatta Track ließen wir hinter uns und folgten ab Coober Pedy, dem Stuart Highway (National Highway), der komplett geteert und in einem ausgezeichneten Zustand ist. Diesem Weg ist der Entdecker John Stuart erstmals gefolgt, als er die erste Entdeckungsreise 1858 durch das Outback gewagt hatte. Dieser Highway führt von Adelaide bis nach Darwin, ganz im Norden. Von Coober Pedy also ging es bis nach Erdlunda, von wo man links auf den Lassetter Highway abbiegt, von wo es nur noch ca. 280km bis zu DEM Wahrzeichen Australiens sind: Ayers Rock (Uluru). Doch bevor es soweit war, haben wir auf einem freien Campingplatz an einem Roadhouse (Curtin Springs), 80km vor dem Uluru übernachtet.

Samstag war es dann endlich soweit: Der Aufbruch zum 3km langen Sandstein Ayers Rock. Es ist wirklich beeindruckend, das erste Mal vor diesem Giganten zu stehen. Nach 25$ Eintritt pro Person für den National Park ging es dann nach einem Besuch im Culture Centre, zum Base Walk. Dieser Walk ist ca. 10km lang und führt einmal komplett um den Uluru. Es war wirklich sehr heiß, da es mittags war, als wir den Walk gemacht haben und auch die Fliegen waren mal wieder sehr aktiv. Gott sei Dank, haben wir uns mit Hüten mit Moskitonetzen in Coober Pedy eingedeckt. Dies hat sich als die beste Investition der Reise herausgestellt. Ohne Moskitonetze hält man es hier nicht aus, das ist einfach so. Man hat teilweise über 50 Fliegen auf seinem Kopf. Diese beißen zwar nicht, sind aber unglaublich nervig, insbesondere weil sie einem in alle Körperöffnungen reinfliegen. Ohne Hüte kann dieses Outback Abenteuer zu einem Alptraum werden. Wasserstellen gibt es hier genug. Man trinkt pro Stunde 1 Liter Wasser, insbesondere wenn man wandert. Es ist wirklich unglaublich heiß und trocken. Fliegen und Hitze sind Nachteile wenn man im März (Australischer Herbst) den Uluru, oder das Outback insgesamt besucht. Wartet man noch 3 Monate, ist es hier etwas kühler und es gibt nicht so viele Fliegen. Ein Vorteil ist jedoch die geringe Touristenzahl. Man kann ganz entspannt alles besichtigen und Fotos machen und sich mit anderen Touris um die besten Plätze streiten zu müssen. Der Eintritt für den Nationalpark ist für 3 Tage gültig, diese haben wir auch komplett ausgenutzt und 2 Nächte am Uluru verbracht.

Am folgenden Tag ging es zu den Kata Tjuta (Olgas), die ebenfalls in diesem Nationalpark liegen. Hier haben wir eine weiter tolle Wanderung absolviert. Am dritte und letzten Tag, wollten wir eigentlich den Aufstieg auf den Uluru bestreiten, dieser war jedoch zum dritten Mal in Folge gesperrt. Dieses Mal nicht wegen der Hitze, sondern wegen angeblich zu starker Winde. Dies ist der einzige negative Beigeschmack, den dieser Besuch hatte. Die Ranger wollen nicht, dass man den Uluru besteigt, da es einige Unfälle gab. 2010 starb ein Mann. Aber komplett sperren kann man den Aufstieg auch nicht, da sonst eine Vielzahl weniger Touristen diesen Ort besuchen würden.

Am Montag ging die Reise weiter Richtung Kings Canyon. Nach einer Nacht am nahegelegenen Campingplatz ging es morgens zum populären Kings Canyon Rim Walk. Der 6km lange Wanderweg führt über die Canyons und bietet tolle Ausblicke.

Am folgenden Tag, Dienstag, 19.3., ging es über die 4WD-Strecke des Mereenie Loop Richtung Glen Helen und den West McDonnel Ranges. Diese liegen direkt westlich von Alice Springs. Nach einer Nacht auf einer Raststelle ging es dann also heute morgen nach Alice Springs.

Hier werden wir über Nacht bleiben und uns etwas umsehen. Morgen früh geht es weiter, entlang dem Stuart Highway Nach Tennant Creek, von wo wir dann „rechts abbiegen“ können, und Richtung Ostküste aufbrechen werden.

Bis bald,

Paula & Max

 

 

 

Advertisements
Kategorien: Australien | 3 Kommentare

Beitragsnavigation

3 Gedanken zu „Ein Trip duch’s Outback

  1. PeDi Emm

    wunderschön! … und wie gesagt: geniesst es! und nehmt mit, was ins Programm passt! viel spaß noch,liebe grüße und küsse von MaPa / PeDi ❤

  2. barbara weidmann-werres

    Hallo Max und Paula,

    Mensch, ihr erlebt Sachen!!! Und ihr fuerchtet euch gar nicht in dieser Einoede , die ja angeblich gar nicht so einsam sein soll. Und die Tiere scheinen euch zu lieben! Welchen Gegensaetzen ihr ausgesetzt seid in der kuerze der Zeit. Max hat sich natuerlich schon laenger an die Kontraste „Zivilisation vs. Natur“ bekannt machen koennen. Toller Bericht, gut geschrieben. Nie sind diese Artikel langweilig! Machts gut, und weiterhin viel Glueck.

    Ach ja, bei uns ist es warm, 20-25 Grad und ganz dicker Fruehling, der Anfang vom Sommer. Doch gestern Abend hat es etwas zu regnen angefangen, ich hoffe, es wird noch 2 Tage so bleiben. Dann ist Schluss mit dem kuehlen Nass und wir werden Oktober/ November vielleicht wieder mal Glueck haben. Heute geht es wieder mal in den Community Garden, weil ich mit dem Teaching Garden am Freitag wieder beginne. Diese Saison wird kurz, weil die Schulen mit Geldkuerzungen zurecht kommen muessen, sodass keine Studienausfluege geplant werden. Die Fahrt  mit dem Bus muss selbstbezahlt werden und Lehrer haben nun 30 Kinder zu beaufsichtigen (obwohl meist Eltern mit dabei sind).

    Genisst die Zeit und eure Abenteuer, seid jedoch weiterhin auf der Hut1 Tschuess Baerbel und viele Gruesse von Christoph, der nach seinem Schwimmen heute morgen gleich den Bericht lesen wollte!

    ________________________________

  3. juttaww

    endlich…………..der langersehnte Bericht durchs Outback zum Ayers Rock. Sehr beeindruckend ihr Beiden vor diesem Giganten, tolle Fotos, aber auch der Helikopterflug,mutig!!!!
    Lustig sind eure Moskitohüte. wohl das einzig Wahre gegen diese lästigen Fliegen.
    Gut das ihr wieder in der Zivilisation seid.
    Euch Beiden noch eine tolle Zeit, alles Liebe.
    😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: