Barossa Slavery

Hier wird es nicht langweilig…
Habe gerade den Abgeordneten der Arbeiterpartei in seinem Büro besucht und, aufgrund eines Problems mit der Bezahlung meiner Arbeit in den Weinbergen für Jacky, vorgesprochen.
Aber hier die Geschichte von Anfang an.
Habe für diese Sklaventreiberin alias Jacky Schutz seit Freitag, 22. Februar gearbeitet. Laut eigener Angabe ist diese selbstständig und beschäftigt ausschließlich Backpacker, die für sie Trauben pflücken. Jacky also organisiert diese Arbeit und wird für die geernteten Trauben von so genannten „Contractors“ (Vertragspartner) bezahlt. Immerhin habe ich zu Beginn meiner Beschäftigung einen Stundenlohn von 15$ mit ihr ausgemacht.
Nach 6 Tagen und insgesamt 40 Stunden harter Arbeit in verschiedenen Weinbergen des Barossa Valley (Anfahrt auf eigene Faust, sprich hoher Benzinverbrauch im Wert von 70$) und mehrmaliger Nachfrage nach der Bezahlung hat sie mir dann mal 150$ in die Hand gedrückt (nach Abzug der Benzinkosten vielleicht 80$ reiner Gewinn nach 40 Stunden Arbeit). Dies geschah an meinem letzten Arbeitstag, Donnerstag, 28. Februar nach einem 10-Stunden Arbeitstag (die 150$ entsprechen also dem Lohn nur für diesen Donnerstag). Sie schuldet mir also 450$. Am Wochenende erfolgte keine Rückmeldung Jackys bezüglich Bezahlung oder weiterer Beschäftigung folgende Woche. Jedoch stehe ich mit weiteren Backpackern oder Wwoofern, die mit ihr arbeiten in Kontakt und weiß, dass Sonntag und Montag gearbeitet wurde, sie mich jedoch nicht kontaktierte.
Gestern, Montag, 4.3, habe ich sie also versucht zu erreichen. Dies hat nur über den Anruf bei Mehdi (französischer Wwoofer, der bei ihr beschäftigt ist) geklappt. Als Ausrede für meine Nicht-Berücksichtigung gab sie an, zu glauben, ich wäre auf Kangaroo Island (Insel nahe Adelaide). Jedoch habe ich dies niemals behauptet lediglich habe ich mit dem Gedanken gespielt dort noch einmal hinzufahren und sie um ein paar Tipps gebeten. Außerdem weiß sie, dass ich mit Mehdi (ihrem Wwoofer) von Samstag auf Sonntag in Adelaide unterwegs war, somit kann ich logischerweise nicht auf Kangaroo Island sein. Ich wollte wissen was mit meinem Geld ist und wollte ein Datum für die Auszahlung. Als Florian sie fragte warum sie Backpacker, die eine gültige Arbeitserlaubnis haben, versucht zu bescheißen, behauptete sie, der Empfang wäre schlecht und legte einfach auf. Daraufhin schrieb ich ihr folgende SMS:

Dear Jacky,

apparently our conversation ended abruptly, probably an other problem of connectivity. Anyway, I could connect very well with the other team-mates and they agreed that it would be nice from you to contact me before 9:00 am tomorrow so you’ve got the opportunity to explain in simple words and in writing (SMS will do) why it takes so long to pay weekly wages and give us now a date of payment. We know you are under extreme financial pressure, so we are but we’ve done our bit so should you.

Cheers, Max

Keine Antwort auf diese Nachricht… Also nächste Konsequenz:
Freitag habe ich im Pub ein junges Paar getroffen, denen ich von meinen Problemen mit Jacky berichtete. Ihr Vater arbeitet zusammen mit Tony Piccolo (Abgeordneter der Arbeiterpartei) zusammen und setzt sich für das Recht der Arbeitnehmer ein. Mit diesem habe ich mich also heute morgen getroffen und er hörte sich meine Geschichte schockiert an. Er hat nun alle wichtigen Details, sowie mein gültiges Visum und Arbeitserlaubnis. Er wird Jacky in Kürze kontaktieren und dann werden wir mal sehen wie es weitergeht.
Fakt ist, Jacky Schutz ist ein schwarzes Schaf im Kapitel „Barossa Valley“. Ihre Nummer wird vom Visitor Center des Barossa Valley an arbeitssuchende Backpacker weitergegeben (so habe ich ihre Nummer bekommen). Sprich, das Visitorcenter „unterstützt“ eine Sklaventreiberin, die darauf aus ist, Backpacker auszunehmen. Die meisten glauben, nichts gegen sie in der Hand zu haben und reisen einfach nach ein paar unbezahlten Arbeitstagen ab. Andere fertigt sie mit der Ausrede, sie habe noch kein Geld von den Contractors gesehen und ist ja sowieso pleite im Moment, ab. Sie würde in ein paar Tagen zahlen, sagt sie. Doch in ein paar Tagen reise ich ab… Mittlerweile schuldet sie unserer Gruppe mehr als 5000$.
Ich bin auf jedenfall sehr gespannt welches Ende diese Geschichte nehmen wird und hoffe, dass ich am Ende meine 450$ gezahlt bekomme und sie für ihren systematischen Ripp-Off an Backpackern zur Rechenschaft gezogen wird.

Bis dann,

Max

Edit: Habe eben mein Geld abgeholt. Und siehe da, sogar 100$ mehr bekommen als erhofft!! 😀

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Kategorien: Vor Reisebeginn

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7 Gedanken zu „Barossa Slavery

  1. dad

    Ich werde mir diese Geschichte eingerahmt in mein Büro hängen. Fett gedruckt die unsagbar geile SMS an Jacky.Mein Sohn ist zum Mann geworden und hier schreibt der unglaublich stolze Vater dieses Mannes namens MAX. Egal wie diese Geschichte ausgeht, stellt sie sicher den bisherigen Hohepunkt der Reise da.Und an dieser Stelle gilt es auch einmal besonders Florian zu danken, der Max so grossartig unterstützt und ihm zusammen mit den locals von Williamstown ein wahres Stück Australien gezeigt hat. DANKE DAFUR!

    • Edit: Morgen bekomme ich und die anderen das Geld. So schnell geht das also 😀

  2. juttaww

    Du bist ein wahrer Kämpfer………., ich bin auch ebenso stolz auf das was Du für Dich und den Rest der Manschaft erreicht hast.
    Unglaubliche Geschichte!!!!!

  3. tine dyllick

    lieber max….. ganz ganz toll ….. du hast absolut recht und finde ich ganz toll das du dich auch für andere einsetzt… SUPER… du bist tatsächlich innerhalb kürzester Zeit zum Mann gereift… so schnell ganz gehen….lg tine

  4. anascherin

    „Jeder Mann kann Bongo spielen“

    Da beweist es sich mal wieder 🙂
    BRAVO mein Lieber. Diesen Erfolg kann Dir nix und niemand mehr nehmen und ich freu mich für Dich. Solche Erlebnisse prägen uns für unser Leben, aus eigener Kraft und eigenem Engagement zum Ziel gekommen,

    Chapeau
    😀

  5. Andreas Mallmann

    großes Kino, well done. Hau rein, Andy

  6. Ingrid Lindner

    Hallo Max,
    wir finden es klasse wie Du Dich durchschlägst. Du lässt Dich nicht über den Tisch ziehen und das ist ganz, ganz toll.
    Mach weiter so und bleib gesund.

    lg Ingrid und Jörg

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