Eine turbulente Woche

Es liegt wieder einmal eine spannende Woche hinter uns.

Nach 5 Tagen Townsville, ging es Richtung Süden. Nach einer Nacht Bushcamping am Alligator Creek, führte die Reise dann zu den Whitsundays und deren bekanntestes Örtchen Airlie Beach. Wir wollten eine Tour buchen, um das Great Barrier Reef zu erkunden. Allerdings eine sehr schlechte Idee dieses Vorhaben während des Osterwochenendes bzw. Osterferien durchzusetzen. Airlie Beach war extrem überfüllt und wir sind zum 30km entfernten Dingo Beach „geflüchtet“. Doch davor haben wir dann doch noch eine Tour gebucht, die dann übrigens morgen, Freitag, 5.4. startet.

Doch zunächst einmal zurück zu Dingo Beach. Toller Strand und extrem relaxte Leute. Hier hat man Airlie Beach ohne die Touristenmassen, die von dem Hype dieses, speziell bei Backpackern beliebten, Dörfchens angezogen werden. Während einem Tag am Strand haben wir eine, wie eben erwähnte, so relaxte Hippie-Familie kennengelernt. Mittlerweile hab ich ein Näschen dafür, welche Leute man anzusprechen hat, wenn es um eine Campingmöglichkeit geht. Habe den guten Mann nach einem Campingplatz gefragt. In unmittelbarer Nähe gibt es keinen, meinte er. Nach einiger Zeit und einigen Dosen Bier kam er wieder auf mich zurück und hat uns angeboten, bei ihm auf dem Grundstück zu campen. Wunderbar! Nach einem netten Abend und Nacht bei ihm ging es tags darauf zum Cape Glouncester am Hideaway Bay. Hier haben wir abends direkt am Strand bei Sonnenuntergang gekocht. Danach ging es zurück zu unserem Freund und dessen Familie, bei der wir auch noch eine zweite Nacht bleiben durften. Als wir ankamen, waren sie nicht zu Hause, anscheinend noch im Pub unterwegs. Paula und ich im Tiefschlaf im Auto bei den Hippies im Garten. „Heyyyyyhooooooooo over there!!!!“, riss uns eine krächzende, schreiende Stimme (vergleichbar mit der einer Hexe) aus dem Schlaf. Es waren die Verrückten, die mit ihren Autoscheinwerfern direkt auf uns leuchteten und uns noch zu einem Bierchen eingeladen haben. Wir haben dankend verneint und verwirrt weitergeschlafen.

So hatten wir also noch eine knappe Woche zu überbrücken, bis unsere Tour startet. Wir wollten keine komplette Woche in Airlie oder Dingo Beach verbringen, also sind wir am Ostermontag weiter südlich gefahren, bis kurz vor Mackay und von dort aus ins Inland zum Eungella National Park. Eungella liegt auf einem großen Berg ca. 80km landeinwärts von Mackay. Auf diesem Weg haben wir Halt bei Finch Hatton Gorge, einem Wasserfall mitten im Regenwald gemacht und ein erfrischendes Bad genommen. Doch diese Strecke sollte mehr Stress mit sich bringen, als erwartet. Plötzlich fing der Motor an zu Klackern und Rattern. Ich dachte eher ich sitze auf einem Traktor als in einem Auto. Erst habe ich mir eingeredet, dass es die Geräusche auch schon vorher gemacht hat, aber auch der Benzinverbrauch nahm plötzlich zu. Dummerweise hatten wir gerade die letzte Tankstelle passiert. Inland gibt es keine weiteren Tankstellen mehr, nach diesem Punkt. Nach einem steilen Anstieg haben wir also das Örtchen Eungella erreicht. Der Wagen lief auf Reserve. Nächster Halt war Broken River, 4km von Eungella entfernt. Das wird das Auto noch mitmachen. Wir konnten ja nicht die Hauptattraktion dieser Region, Platypus, Schnabeltiere, die es nur in Australien gibt und dort auch nur sehr selten zu finden sind, außer Acht lassen. Danach nur noch schnell zu einem Campingspot und am nächsten Morgen einfach nur den Berg runter rollen lassen, das war der Plan. Doch dummerweise konnten wir diesen verdammten Campingspot nicht finden und haben so einen Umweg von 30km gemacht. Und das mit einem Auto, welches nicht rund läuft und fast kein Benzin mehr im Tank hat. Zurück in Eungella angekommen, haben wir auf einem netten Campingplatz übernachtet, um dann am nächsten Morgen hoffentlich die 20km entfernte Tankstelle im Tal zu erreichen. Die Platypus waren uns in dem Moment egal. Am Tag zuvor waren wir glücklos und haben keins dieser Tiere gesichtet. Die 4km nach Broken River, wo man sie am besten finden kann, waren uns zu riskant. Die Tankstelle haben wir also noch erreicht und es ging weiter nach Mackay, das Auto lief ja immer noch nicht rund. Wir mussten Hilfe holen. Der ADAC Australiens wurde gerufen. Während wir auf diesen gewartet haben, fährt mir so ein Aussie ins Auto, ich glaub es ja nicht!! Ich selbst habe es nicht gesehen aber Paula meinte, er sei mit 50 auf den Parkplatz um die Kurve gehackt, auf dem wir gestanden haben. Na super, Dankeschön! Gottseidank habe ich einen Stierfänger vorne dran ansonsten wäre meine Seite schön zerbeult gewesen. Der Aussie meint dann nur:“ Dazu ist die Bullbar doch da, um Schaden abzuwenden.“ Ja aber trotzdem ist die Bullbar zerkratzt weil du mir reingefahren bist. Aber natürlich, er würde mir etwas Geld als Schadensersatz geben, wenn er welches HÄTTE. Er bekommt erst am Mittwoch wieder Geld und dann überweist er mir was, ganz sicher. Wer‘s glaubt wird Seelig. Ich bin mal gespannt.

Lange Rede kurzer Sinn, der Auspuff hat ein Loch in der Nähe vom Motor. Der Mechaniker des ADAC hat uns an eine Werkstatt weitergeleitet. Diese haben das Teil, was ersetzt werden muss natürlich nicht auf Vorrat. Zudem ist es sehr kostspielig. Alles zusammen würde uns ca. 600$ kosten. 600$ sind mir eigentlich zu viel in ein Auto investiert, welches ich nur noch 3 Wochen fahre, bis zum Verkauf. Außerdem dauert es mindestens einen Tag, bis sie es bekommen, wenn es der Lieferant überhaupt hat. Sehr unsichere Auskunft, zumal wir ja wieder bis spätestens Freitag in Airlie Beach sein müssen, um unsere 3-Tages Tour nicht zu verpassen, die wir letzten Samstag gebucht hatten. Das Gute daran war, dass 2 Mechaniker dieselbe Ursache festgestellt hatten. Abends haben wir einen netten Platz zum Campen gefunden, mit Ausblick über Mackay. Wir wollten uns gerade ins Bett legen, da kommt ein Auto voller Aussies angefahren, um noch ein bisschen hier zu relaxen. Wir sind ins Gespräch gekommen und 2 von ihnen sind Mechaniker. Sie haben sich den Motor angeschaut und einer von ihnen hat uns die Adresse von der Werkstatt, in der er arbeitet gegeben, sein Boss könne uns helfen.

Am nächsten Morgen ging es also direkt zu jener Werkstatt. Sein Chef Gary war sehr hilfsbereit. Er hat uns an einen Auspuff-Spezialisten weitergeleitet. Dieser hat das Teil direkt geschweißt. 2 Stunden später konnten wir das Auto wieder abholen und es läuft wieder wie geschmiert. Außerdem war es auch noch die finanziell um Einiges günstigere Alternative. Dummerweise hat die erste Werkstatt das Ersatzteil schon bestellt… Wir haben jedoch nie gesagt, dass wir es von ihnen reparieren lassen wollen.

Nach einer weiteren Nacht in Mackay auf unserem besonderen Campingspot ging es heute wieder Richtung Airlie Beach. Zuvor haben wir bei den Cedar Creek Falls Halt gemacht, um ein weiteres Bad am Wasserfall zu genießen. Auch dieser Platz ist sein Besuch wirklich wert. Jetzt sind wir in Airlie Beach auf einem netten Campingplatz und haben noch eine Nacht auf Festland, bevor wir dann 3 auf hoher See haben werden. Am Montag sind wir wieder zurück und freuen uns sehr auf die bevorstehenden Tage.

Bis dahin,

Max

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Kategorien: Australien | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Eine turbulente Woche

  1. PeDiEmm

    Dann seid ihr nach der langwierigen Whats App Beratung doch noch recht glimpflich davon gekommen mit dem Auto. Auspuff schweissen ist bedeutend billiger als ne neue Maschine, im schlimmsten Falle! Man muss halt die richtigen Leute fragen! Aber da hast du ja scheints ein Händchen für! Ganz liebe Grüße euch zwei Beiden ❤ Pe.

  2. juttaww

    oh man….. da bleibt mir nur noch euch beiden eine tolle Zeit bei eurem Segeltripp zu wünschen. Alles wird gut!!!!!
    Ich glaube daran und an euch.
    glg Mom

  3. anascherin

    Na, bei Euch wird’s ja nicht langweilig 😉
    Liebe Grüße
    🙂

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